Einer Erhebung des Jahres 1802 zufolge war Grub am Forst schon zu dieser Zeit kein Bauerndorf mehr. Es gab noch drei Höfe, der Rest der Bevölkerung verdiente seinen Lebensunterhalt als Kleinbauern und mit Heimarbeit, wobei der Leinenweberei ein wichtiger Platz zukam.
So kam es, dass eine stattliche Zahl von Grübern in Coburg als Weber in Lohn und Brot standen.
Ein näher gelegener als die Forkel’sche Weberei in der Kasernenstraße in Coburg war schwer zu finden. Da Grub am Forst zu dieser Zeit noch keinen Bahnanschluss besaß, mussten sie sich zu Fuß auf den Weg machen – in aller Frühe rund 8,5 km hin und nach getaner Arbeit die gleiche Strecke zurück, außer sonntags an jedem Tag der Woche, bei Wind und Wetter und zu jeder Jahreszeit.
Die Textilarbeiter und -arbeiterinnen aus Grub am Forst hatten ihren Treffpunkt bei der „Goldene Rose“ und liefen täglich bis zur Forkel’schen Weberei in Coburg, Kasernenstraße 14. Der historische Verlauf des Weges ist in Blau punktiert, der heutige Wanderweg in Rot eingezeichnet.
Vom Ausgangspunkt am südlichen Ende des so genannten Schnettengrabens ist der Weg bergan wegen Verwilderung nicht mehr auf ganzer Länge begehbar, und auch die Fortsetzung am nördlichen Ende des Tales ist durch ein Neubaugebiet versperrt. Zudem ist der ehemals durch das Waldgebiet „Pöhlholz“ führende Weberpfad heute so stark überwachsen, dass eine touristische Nutzung kaum infrage kommt (in Blau punktiert). Die gegenwärtig einzige Alternative führt damit vom Schnettengraben ausgehend über eine Treppe nach Westen in ein Neubaugebiet und von dort aus auf einen Waldweg, der in paralleler Wegführung zum historischen Verlauf am südlichen Ausgang des Tunnels Rennberg der ICE-Strecke endet. Über einen bestehenden Wanderweg geht es am östlichen Ende der Landebahn des Flugplatzes Steinrücken nach rechts. Am ersten Wegkreuz trifft man auf die aus Richtung Osten kommende ursprüngliche Trasse des Weberpfades.
Zum besseren Verständnis hier die Überlagerung der historischen Karte (um 1860) mit der heutigen Parzellenkarte aus dem Bayernatlas im Ortsbereich Grub. Gelb der original Weberpfad mit Start in der Coburger Straße. Die Karte endet knapp unterhalb des Wasserhochbehältes.
Der weitere Weg führt dann durch das Pöhlholz und am unteren Ende des südlichen Abhang des Grübersteins bis zur Grenze mit der Coburger Flur.
Dieses Hinweisschild steht am Beginn des Weberpfades in Grub in der Coburger Straße an der Abzweigung zur „Himmelsleiter“ (ehem. PORA) und informiert über den „Weberpfad“ der Grüber Arbeiter/innen.
Informationen über deren weiteren Verlauf des Weges auf Coburger Flur sind einem Hinweisschild am so genannten Hasenstein an der Abzweigung nach Creidlitz zu entnehmen.
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