Förderverein Heimatpflege Grub am Forst e. V.

Projekte

Unsere Projekte im Überblick.

Wir vom Heimatverein Grub am Forst setzen uns aktiv dafür ein, unsere Traditionen zu bewahren und das kulturelle Erbe unseres Ortes lebendig zu halten. Mit unseren Projekten fördern wir den Austausch zwischen den Generationen und gestalten gemeinsam eine lebenswerte Zukunft. Dabei liegt uns besonders am Herzen, Geschichte und Brauchtum für alle erlebbar zu machen.

Skulpturenpark in der Walter-Lehnert-Anlage

Am Kirchweihsonntag 2024 war es wieder einmal soweit: der Förderverein lieferte der zahlreich erschienenen Grüber Bevölkerung einen weiteren Nachweis, dass ihm die Gestaltung eines lebenswerten Grub sehr am Herzen liegt. Die Grünfläche östlich gegenüber des Reichenbach-Hauses erhielt eine nicht zu übersehende Aufwertung. Eine Schwungliege, die zum Entspannen einlädt, eine Bankgruppe zum Verweilen sowie drei Skulpturen zum Teil aus der Werkstatt von Matthias Heß wurden aufgestellt und beleben jetzt das Areal.
Zusammen mit dem Heimatmuseum, dem bereits vorhandenen öffentlichen Bücherschrank (s.oben) und einer Sitzbank um den Birnbaum ist die von der Gemeinde Grub neu benamte "Walter-Lehnert-Anlage", (benannt nach dem im Jahre 2023 verstorbenen Ehrenbürger der Gemeinden Zeickhorn und Grub, Walter Lehnert) eine echte Bereicherung und ein wahrer Dorfmittelpunkt.

 

Wächterin des Füllbach

Schwungliege

Säule

Sitzgruppe für Lesungen

Spiel ohne Grenzen

Birnbaumbank

Neues Objekt im Walter-Lehnert-Park Pechstein aus dem Lichtenfelser Forst

Textauszug aus dem Buch "Historische Spuren in der Grüber Flur"

Anfang der 1960er Jahre war - wohl im Bereich Gerichtsgraben/Reuthwiese - im Waldboden ein großer runder Sandstein zum Vorschein gekommen, den man für einen alten Mühlstein gehalten hat. Zertrümmert sollte er zum Ausbessern tiefer Wagenspuren dienen. Noch bevor dies geschah, konnte er durch die Initiative eines Grübers ins Dorf gebracht werden. In den folgenden vier Jahrzehnten stand der Stein dekorativ als "Mühlstein" bzw. wegen einer muldenförmigen Vertiefung auch als "Vogeltränke" auf verschiedenen Grundstücken. 2007 löste sich endlich das Rätsel seiner Funktion auf. Er wurde als das identifiziert, wozu er einst geschaffen worden war: als Pechstein.

Pechsteine, auch Pechölsteine genannt, waren meist flach, standen waagrecht und hatten an der Oberseite eine schräge, muldenförmige Vertiefung mit einer Abflussrinne. Sie dienten zur Gewinnung von Pech aus der Verschwelung von Holz, d.h. aus Baumharz. Das dadurch gewonnene Pech wurde als Schmierstoff und Dichtmaterial verwendet. Wegen des weißen, nach Pech stinkenden Rauches standen die Steine fernab von Siedlungen immer im Wald, wo das Holz auch direkt verarbeitet werden konnte. Harzreiche Äste von Nadelhölzern wurden pyramidenförmig in der Mulde des Steines  aufgeschichtet und mit Fichtenästen, Erde und Rasenstücken abgedeckt, oben ein Luft- und Rauchloch gelassen, durch das der Inhalt des kleinen Meilers  angezündet wurde. Er brannte ein bis zwei Tage unter weitestgehendem Luftabschluss, so dass sich Pech vom glimmenden Holz abschied, in der Mulde sammelte und durch die Abflussrinne in ein Auffanggefäß tropfte.

Pechsteine bestanden wegen der höheren Temperaturtoleranz in der Regel aus Granit. Das Exemplar aus dem Forst dagegen ist ein Sandstein. wahrscheinlich war es zu aufwändig und zu teuer gewesen, Granit dafür aus den nächstgelegenen Granitvorkommen im Fichtelgebirge oder bei Suhl heranzuschaffen. Wie schematisch dargestellt, besteht an der Oberseite des Steines eine muldenförmige Vertiefung zum Auffangen des gewonnenen Pechs, das wegen eines leichten Gefälles der Mulde durch eine Rinne nach außen abfließen konnte. Zusätzlich ist unterhalb der Rinne der sonst plane Unterboden keilförmig angeschrägt, so dass der Stein wohl durch eine Hebelvorrichtung des Unterbaues gekippt werden konnte, um das Gefälle der Abflussrinne am Ende der Verschwelung noch zu erhöhen und restliches Pech vollständig abfließen lassen zu können. Die Rinne ist wohl von einem Vorbesitzer mit einem Winkelschleifer vertieft worden. Am Unterboden des Steines sind keine Gravierungen wie etwa nach der Art von Steinmetzzeichen festzustellen. Im Stein verlaufen mehrere mit einer mörtelartigen Masse ausgebesserte Risse. Verschiedene Verfärbungen des Steines sind nach Ursache und Alter ohne chemische Analysen nicht zu beurteilen.

Über das Alter dieses Pechsteines können nur Vermutungen angestellt werden. Die seit dem Altertum bekannte Pechgewinnung aus Baumharz erfolgte durch verschiedene Methoden, wobei diejenige durch Pechstein-Holzverschwelung in der Literatur weder explizit hervorgehoben wird noch geschichtlich exakt nachzuvollziehen ist. In Oberfranken dürften die ersten Pechsteine Mitte des 14. Jahrhunderts in Betrieb gewesen sein, die letzten wohl Mitte des 19. Jahrhunderts. Wie Recherchen ergaben, stand der Pechstein bei seiner Auffindung im Unterholz waagrecht, von Humus umgeben. Die muldenförmige Vertiefung war durch eine Streuauflage, d.h. durch abgestorbene, aber noch weitgehend nicht zersetzte Pflanzenbestandteile wie Nadeln und Blätter fast zugedeckt. Lediglich der zirkuläre Rand des Steines mit der Kerbe der Abflussrinne - nach Osten gerichtet - hatte gerade eben aus dem Erdboden hervorgeschaut.

Bei einer Höhe des Steines von 29 cm - ohne die vermutete Kippkonstruktion als Unterlage - hätte sich demnach eine ca. 25 cm hohe Streu- und Humus-Boden-Schicht um den Stein herum gebildet. Die Zeitspanne, in der sich dies abgespielt hat, lässt sich wegen der unbekannten Größe und Vielfalt der Einflüsse auf den Zersetzungsvorgang des Bodens an der Auffindungsstelle nicht berechnen. Das Alter des Pechsteines ist und bleibt deshalb unbekannt – genauso wie auch die genaue Art und das Zeitalter der Pechgewinnung in der Grüber Pechhütte westlich von Grub, wo es eine hintere, mittlere und vordere Pechhütte gibt. Es finden sich noch weitere gegenständliche Spuren in den Fluren Grubs. Sie müssen nicht unbedingt so wuchtig wie der Pechstein oder die Grenzsteine sein, es gibt kleinere wie Münzen oder Murmeln.

Der offene Bücherschrank.

Marina Rädlein, die regelmäßig Lesungen im Reichenbach-Haus hält, hatte die Idee in Grub einen öffentlichen Bücherschrank aufzustellen. Der Förderverein Heimatpflege setzte die Idee mit viel Engagement um und verwandelte 2020 eine ausgediente Telefonzelle in einen öffentlichen Bücherschrank – direkt gegenüber dem Reichenbach-Haus. Er erfreut sich großer Beliebtheit, auch bei auswärtigen „Leseratten“, da er immer dank Marina gut sortiert und übersichtlich ist.

Tafelweg: "Es Gru". 4 Tafeln – 1 Gedicht

Die vier Strophen des Gedichtes „Es Gru“ in Grüber Mundart von Reinhold Albrecht auf Steintafeln, sind Anlaufpunkte des Rundwanderweges (Nr. 4) durch Grub. In dem Gedicht wird das Leben und die Stimmung im Dorf zu Beginn des 20. Jahrhunderts beschrieben. Der Steinmetz und Steinbildhauer aus Grub am Forst, Mathias Hess hat die vier Strophen in Stein verewigt und sie wurden durch die Initiative des Fördervereins in verschiedenen Stellen im Dorf installiert.

Tafel 1 an der Kiefer (rechts).

Erwandern Sie das Gedicht auf dem ca. 5 km langen Rundweg durch Grub. Hier können Sie das PDF des Flyers mit der Wegbeschreibung downloaden.

Tafel 2 Kupferbrunnen

Tafel 3 Kirche

Tafelweg-Schild an Mauer

Tafel 4 Friedhof

Grenzstein "Posthörnla"

Im Juli 2009 gelang mit der Wiederaufstellung eines historischen Grenzsteins, dem „Posthörnla“, der gelungene Abschluss einer Rettungsaktion. Der Löwenanteil des Lobs dafür gebührt der Gemeinde Ebersorf b.Coburg. Bürgermeister Bernd Reisenweber hat den historischen Grenzstein aus dem Jahr 1820 bergen und sicher verwahren lassen. Sonst wäre er 2005 den Baggern der A73 zum Opfer gefallen. Der Grenzstein, der eine coburgbayerische Jagdgrenze markierte, stand auf der Fahrbahn Richtung Erfurt und wurde auf Vorschlag unseres Mitgliedes Klaus Engelhardt in einem Waldstück rechts neben der Autobahn wieder aufgestellt. Ein Waldgottesdienst und ein Frühschoppen sorgten für den passenden Rahmen.

Grüber Heimatblätter.

Die ursprünglich vom Arbeitskreis „ Grüber Heimat“ produzierten Hefte mit Geschichten und Berichten aus Grub erfreuen sich bei interessierten Bürgern großer Beliebtheit. Da sich der Arbeitskreis 2006 auflöste ,hat sich der Förderverein der Hefte und weiterer Neuerscheinungen angenommen. 2023 ist der 10. Band der
Reihe erschienen und es warten noch viele Themen auf ihre Veröffentlichung.
Am Straßenfest 2010 wurde das Buch „1000 Wörter Grüberisch“ der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Autor Klaus Kempf, als Mundartdichter, hatte in vielen Stunden rund 1000 Begriffe der Grüber Mundart gesammelt und daraus ein Lexikon der Grüber Sprache gefertigt. Dies ist aber nur ein Teil des Buches. Es beinhaltet im zweiten Teil Redewendungen, erklärende „G`schichtla“ zu den Begriffen, Mundartgedichte, Sprüche, Lustiges wie Besinnliches und vieles mehr. So wurde das Buch mit DVD zum Hören der Mundart zu einem Nachschlagwerk, das einfach in jeden Grüber Haushalt gehört!

Zu Weihnachten 2025 folgte nun das zweite Werk von Mundartdichter Klaus Kempf. Es heißt: "Su blaudern mer bei uns". Ein Buch, das nahtlos an das Werk aus dem Jahr 2010 anknüpft. Auf 140 Seiten wird unsere Mundart und die unserer Region erklärt und in Bildern erlebbar gemacht. Über QR-Codes können zwei Gedichte, eingelesen vom Autor selbst, sogar hörbar gemacht werden. Natürlich ist das Büchlein wieder ein Nachschlagewerk, das in jede Haushaltsbibliothek gehört!

Im ehemaligen Pumphäusla wird unser Reichenbach-Hausbräu handwerklich gebraut

Seit Januar 2014 ist das Haus am Brunngraben im Besitz des Förderverein für Heimatpflege e.V. .
Das Haus dient teilweise als Archiv und Gemeinschaftsraum und andererseits zur Unterbringung der Braumaterialien.

Im Keller des Hauses befindet sich ein ca. 8m² großes Kühlhaus, um dort das gebraute Bier zu kühlen. Interessierte dürfen sich gerne den Brauvorgang anschauen.

Das Brauteam besteht aus dem „Hobbybrauer“ Matthias Rädlein, sowie einigen "Hilfsbrauern".

Entstanden ist das Bierbrauen durch das fachliche und technische Know-How der beiden. Gebraut wird mit selbst zusammengebauten Brauutensilien, wie z.B. einem Gegenstromkühler oder alten Wurst- bzw. Waschkesseln.

Alljährlich wird rund um das Brauhaus ein Bierfest mit großem Gästezuspruch abgehalten. Viele Bilder davon sind in der Kopfzeile unter Mediathek/Fotos zu finden.